Das Bild zeigt einen bulgarischen Grenzsoldat , der die Grenze nach Griechenland bewacht.
Verlängerte Mauer
Im Rahmen des Forschungsvorhabens "Tod in Bulgarien" werden Fluchtversuche von Bürgerinnen und Bürgern der ehemaligen DDR untersucht, die im Zeitraum zwischen 1960 und 1990 über die "verlängerte Mauer" versuchten, in den Westen zu gelangen. Wo verliefen die Fluchtwege und auf welche Weise hat das MfS versucht, derartige Fluchtversuche zu unterbinden?
Welche Motive hatten die Flüchtlinge?
Welche Erwartungen und Kenntnisse hatten sie hinsichtlich der Gefahren des Fluchtweges über die Volksrepublik Bulgarien?
Wie viele Fluchtversuche gab es, wie viele Flüchtlinge wurden dabei getötet?
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Prof. Dr. Stefan Appelius
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Lehrveranstaltung an der Uni Göttingen im WS 2008/2009
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Durch den Aufbau einer Datenbank werden sämtliche ostdeutschen Fluchtversuche via Bulgarien im Zeitraum zwischen 1960 und 1990 statistisch erfasst. Einbezogen werden alle Fluchten von DDR-Bürgern, soweit diese entweder glückten oder durch bulgarische Grenzer vereitelt wurden (Festnahmen und Todesfälle). Hier sind derzeit mehrere hundert Fälle dokumentiert. Im Rahmen des Forschungsvorhabens werden insbesondere die Schicksale jener DDR-Flüchtlinge präzise rekonstruiert, die bei Fluchtversuchen in der Volksrepublik ums Leben gekommen sind. Die genaue Zahl dieser Flüchtlinge ist bisher unbekannt und wird möglicherweise niemals genau herauszufinden sein, zumal die Behörden in Bulgarien bisher keine Bereitschaft erkennen lassen, entsprechende Recherchen durch die Einsichtnahme in Akten des Bulgarischen Staatssicherheitsdienstes, des Bulgarischen Innenministeriums und des Bulgarischen Verteidigungsministeriums zu unterstützen. Gegenwärtig sind die Angaben von 18 ostdeutschen Opfern dokumentiert, die an den bulgarischen Grenzen starben. Eine weitere Person aus Leipzig ertrank beim Fluchtversuch von Rumänien nach Jugoslawien in der Donau und wurde in Bulgarien beerdigt.